Heimweh ist auch nur ein Gefühl

Heimweh

Wie so oft im Leben schätzen wir die Dinge erst so richtig, wenn Sie weg sind. So ist es wohl auch mit der Heimat. Wenn wir auf Reisen sind oder für das Studium, die Ausbildung, wegen dem neuen Job – oder auch wegen der Liebe umziehen, merken wir oft erst, wie viel uns an der Heimat liegt. Doch was hilft, wenn wir am liebsten direkt in den nächsten Zug, oder den nächsten Flieger nach Hause steigen würden? Hier gebe ich dir einige Tipps an die Hand, die mir bei Heimweh bisher immer geholfen haben.

Die Neugier treibt uns bei der Entscheidung  für einen Umzug oder eine Reise oft voran. Wir wollen etwas Neues entdecken, ausbrechen, eine andere Stadt und neue Leute kennen lernen. Und manchmal dauert es länger, manchmal weniger lang, bis wir merken, wie sehr es uns doch fehlt – das Heimatgefühl. Mit etwas Abstand lernt man seine Heimat erst richtig zu schätzen.

Für mich war Heimweh nie ein großes Thema – ich kannte nur Fernweh und Abenteuerlust. So trieb es mich in die weite Welt. Doch als ich zuletzt in meiner Heimat war, wurde mir bewusst, wie schön es zu Hause doch ist. Die Familie wiederzusehen, der alte Lieblingsplatz am See oder das Essen bei Oma. All das ist Heimat. Es kann ein Gefühl, ein Ort oder eine Person sein – in jedem Fall macht es glücklich und traurig, wenn wir es vermissen.

Doch was tun, wenn wir weit weg sind und das Heimweh so stark wird, das wir nicht mehr wissen, wohin mit uns?

Rufe deine Liebsten an

Anstatt dich auf das negative Gefühl zu konzentrieren, solltest du dich auf die positiven Dinge besinnen. Denke daran, wieso du umgezogen oder verreist bist. Du arbeitest an deinen persönlichen Zielen und das ist gut so. Heimweh ist ganz normal, sollte dich aber nicht dauerhaft unglücklich machen.

Unsere Welt ist durch das Internet vernetzt wie nie, warum nutzt du dies also nicht aus? Ein Anruf bei deiner Mutter, deiner Oma oder deinem Liebsten kann oft schon viele Tränen trocknen. Es bringt dir die Heimat für eine kurze Zeit zu dir – und das ganz ohne Rückfahrt. Während meiner Zeit in Indien habe ich so oft, wie noch nie geskypt, telefoniert und auf WhatsApp Nachrichten verschickt. Auch wenn es mit der Zeitumstellung etwas problematisch war, hat es im Endeffekt doch immer irgendwie funktioniert. Und ich habe mich danach 10 Kg leichter gefühlt. Mache dir bewusst, dass deine Liebsten noch immer für dich da sind, auch wenn Sie gerade nicht in derselben Stadt, im selben Land oder auf demselben Kontinent sind, wie du.

Lerne deine neue Umgebung kennen

Ablenkung ist das Wunderheilmittel Nr. 1 bei Heimweh. Wenn du nur auf dem Zimmer sitzt und dich selbst bemitleidest, wird dein Heimweh nicht besser. Also: Geh raus, triff Freunde oder neue Leute, entdecke deine Umgebung, teste ein neues Café oder ein Museum. Mit Ablenkung fühlen sich deine Sorgen nur noch halb so groß an und du kommst auf neue Gedanken. Außerdem lernst du bei der Gelegenheit die schönen Seiten an deiner neuen Umgebung kennen. Bei dieser Gelegenheit kannst du auch gleich ein paar schöne Fotos machen und sie mit deinen Freunden teilen. Ich habe oft über Facebook-Gruppen oder Instagram Kontakte geknüpft und mich so z. B. auf Reisen mit anderen Deutschen oder Expats (Auswanderern) getroffen. Einige dieser Kontakte halten sich sogar noch bis heute.

Lade Freunde und Familie ein!

Wenn das Heimweh zu groß ist und du selbst nicht nach Hause fahren kannst, dann hole doch die Heimat zu dir! Lade ein paar Freunde oder deine Eltern ein. Sie werden sich sicher freuen, deine neue Umgebung kennen zu lernen und ein paar Tage mit dir zu verbringen. Du kannst dich auf eine schöne Zeit mit Ihnen freuen und die Heimat zu dir holen. Denn Heimat ist nicht nur ein Ort, es sind auch die Menschen, denen wir am nächsten stehen.

Heimat ist ein Gefühl

Wenn ich zurück in meine Heimat komme, ist es oft abends. Dann geht mein Blick als erstes in den Himmel und ich bin jedes Mal wieder überrascht, wie viele Sterne man dort sehen kann. Diese kleinen Dinge sind es, die uns an die Heimat erinnern: Die frische Brise vom See, das Vogelzwitschern im Garten, der Geruch von Bratwürsten auf dem Grill oder der Streuselkuchen von Oma. Das Gute daran: Dieses Heimatgefühl können wir nachahmen. Wie wäre es, wenn du dein Lieblingsessen aus der Kindheit nachkochst, oder das Lieblingslied von dir und deinem/deiner Liebsten zu hören. Mit jedem Bissen und jedem Refrain wird dein Heimweh etwas weniger. Versprochen! Auch ein Foto von deinen Liebsten ist eine nette Möglichkeit, ich an die Heimat zu erinnern.

Wie du siehst ist Heimweh kein schlechtes Gefühl. Du hast selbst in der Hand, ob du darüber trauerst, von deiner Heimat entfernt zu sein, oder ob du über das Gefühl hinauswächst und dein Leben lebst.

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