Fremde ansprechen beim Reisen

Just do it.

Das ist nicht nur der Slogan einer bestimmten Sport-Bekleidungsmarke, sondern auch zu meinem persönlichen Mantra geworden.

Wieso? Nun ich möchte kurz eine kleine Geschichte erzählen.

Neulich war ich auf Durchreise in Berlin und hatte 2 Stunden Zeit bis mein Zug am Bahnhof abfahren sollte. Deshalb ging ich ein bisschen am Bahnhof spazieren und legte mich auf die Wiese vor dem Bundestag um etwas Sonne zu tanken. Es war wirklich herrliches Wetter und auch viele andere nutzten wie ich das schöne wetter um es sich vor dem Bundestag ein wenig gemütlich zu machen. Ich sah dann eine Gruppe von Indern, die es sich etwas weiter vor mir bequem machten. Irgendwie wollte ich sie ansprechen und mich mit Ihnen unterhalten – Ich hatte schließlich noch eine Stunde Zeit und wollte mich gerne ein bisschen austauschen. Ich wollte wirklich gehen, aber eine Reihe von Gedanken hielten mich ab.

Was, wenn sie sowieso gleich wieder gehen wollen? Vielleicht wollen sie einfach allein sein? 

Ich blieb also noch länger alleine an meinem Rucksack angelehnt dort liegen und langweilte mich.

Irgendwann sah ich wie ein Mädchen auf die Gruppe Inder zuging und sie etwas fragte. Daraufhin antworteten die Inder und bedeuteten ihr mit einer Geste sich zu setzen. Ich war baff: Da hatte doch tatsächlich jemand genau dieselbe Idee wie ich gehabt. Der Unterschied: Sie hat es einfach gemacht. Hat nicht gezweifelt, sondern ist einfach auf sie zugegangen und hat sich vorgestellt.

Jetzt war ich motiviert! Ich dachte: Hey, das kann ich auch!

Ich nahm kurzentschlossen meinen Rucksack und ging auf die Gruppe zu.
Auch ich stellte mich vor, sagte ich würde mich gerne ein bisschen austauschen. Überraschung – Die Inder reagierten wirklich freundlich.

Es stellte sich heraus, dass das andere Mädchen, wie ich eine Zeit in Indien gelebt hatte. Die Inder kamen aus Delhi und Chennai und studierten nun in Deutschland. Es bildete sich ein interessantes Gespräch über die Temperatur- und kulturellen Unterschiede, wir teilten Schokolade und Chips. Ich musste sogar ein bisschen schmunzeln als ich wieder das vertraute Kopfwackeln der Inder wahrnahm.

Irgendwann musste ich mich leider verabschieden, um meinen Zug zu erwischen. Ich nahm meine Sachen und eilte los, denn ich hatte die Zeit vergessen.

Beim Rennen zum Bahnhof dachte mir nur wie froh ich bin, es doch einfach getan zu haben.

Fremde beißen nicht.

Wir sollten mehr tun und weniger darüber nachdenken.

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