Wie ich dazu gekommen bin in einem Surfcamp in Portugal zu arbeiten

Jeder Reisende kennt es – das Gefühl des Fernwehs. Einmal mit diesem Fieber angesteckt erlöscht es wohl nie wieder. Jede freie Minute wird dafür verwendet, darüber nachzudenken, wo wohl die nächste Reise hinführen könnte. Diesmal kam bei mir ein weiteres Gefühl dazu – das Meerweh. Aufgewachsen zwischen tausend Seen, dort, wo andere Urlaub machen wurde es nun nach 3 Jahren Großstadtleben mal wieder mehr als Zeit meiner Liebe zum Wasser nachzukommen.

So konnte ich mich auch nicht mehr zurückhalten, als ich online die Stellenanzeige für einen Teamerjob im Surfcamp las – Ein paar Stunden Hilfe im Soulsurfcamp, im Gegenzug freie Unterkunft und Verpflegung. Nicht lange gezögert und schon war die Bewerbung fertig. Lange habe ich dann nichts gehört und auf einmal – ich war gerade in den Endzügen meiner Bachelorarbeit – meldeten sie sich dann doch zurück. Sie suchten gerade für die Monate März und April. Da habe ich natürlich direkt zugesagt.

Wie kann man das nennen? Work and Travel? Helfende Hand? Wie auch immer man es nennt, es ist einfach eine geniale Angelegenheit, aus der beide Seiten ihre Vorteile ziehen. Ich kann meinem Alltag entfliehen und eine wunderbare Zeit in Portugal verbringen. Mein Chef freut sich dagegen über meine Hilfe im Camp und bei der Gästebetreuung.

Baleal Peniche Surfcamp

Entschleunigung

Jetzt bin ich in Baleal, in Portugal. Für insgesamt 6 Wochen werde ich hier arbeiten, leben, viel surfen gehen und Yoga machen. Während in Deutschland noch das Winterchaos wütet sind meine Haare hier schon etwas heller, die Haut dunkler und mein Kopf klarer. Die kleine Auszeit war dringend nötig nach der langen Schreibphase der Bachelorarbeit. Ich mache Strandpaziergänge mit dem Camphund Karlson, trinke Chà verde (Tee) mit meinen anderen Teamerinnen und spiele Karten mit den Gästen. Anstatt den ganzen Tag am Laptop zu sitzen, bin ich oft draußen, habe Muskelkater und blaue Flecken vom surfen.  So kann es gerne weitergehen.


Surfvibes

Das Camp liegt in Baleal bei Peniche, ein kleiner Surferort an der portugisischen Küste, nur 1,5 Stunden von Lissabon entfernt. Vom Camp aus hat man einen wundervollen Blick aufs Meer mit gleich 3 Surfspots vor der Tür. Ich muss also nicht mal aus dem Haus, um zu schauen, ob die Wellen gerade gut sind!

Surfvibes gibt es hier auch soweit das Auge reicht. Coole Surfshops, Surfdudes, die mit ihrem Longboard zum einkaufen fahren und natürlich jede Menge Surfboards. I call it Paradise!

Ich habe mich sogar unbewusst dem Style angepasst und laufe mittlerweile auch nur noch mit Vans, Sweater, Jeans und Halfbun ausgestattet umher. Es ist auch einfach so gemütlich!


Surfcamp und Sunshine

Mein neues Zuhause ist im Nachbarort vom Surfcamp, ein kleines mediterranes Häuschen. Weiße Steinfliesen, Aloe Vera- Pflanzen in Terrakottatöpfen und darüber der blaue Himmel: Der Hinterhof ist definitiv mein neuer Lieblingsort zum Sonnenbaden mit Hörbuch im Ohr. Das erste Mal wieder in kurzen Hosen und FlipFlops umherzulaufen und in der Sonne zu liegen, nach einem unglaublich langem Winter ist ein  herrliches Gefühl!

 

Wieso es so heutzutage so einfach ist zu reisen und sich einen Traum zu erfüllen

Ein Freund hatte mir kurz bevor ich losgeflogen bin noch geschrieben, wie sehr er mich darum beneidet, dass ich so viel reise und umherkomme. Er selbst ist mit seiner Arbeit super eingespannt, hat 2 Jobs und studiert nebenbei. Die Nachricht hat mich ziemlich traurig gemacht, denn ganz ehrlich, ich mache nichts besonderes! Ich versuche nur so viel aus meiner Lebenszeit zu machen und so viele Augenblicke zu genießen, wie nur möglich. Das kann jeder! Ich spare für meine Reisen, kaufe nicht viel und investiere in Momente und nichts Materielles. Reisen muss nicht teuer sein. Spätestens seitdem es Couchsurfing, Work and Travel, oder ortsunabhängige Arbeit gibt, kann jeder, der es möchte sich einen Traum erfüllen und reisen. Dazu muss man lediglich etwas Mut zusammenbringen und sich ins Abenteuer stürzen. Auch wenn es heißt, Arbeit liegen zu lassen und einen neuen Schritt zu wagen. Ich habe bisher nicht eine Reise bereut und kann aus jedem Moment wertvolle Erfahrungen gewinnen.

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