Meine kulinarische Reise durch Indien

Was macht indisches Essen aus? Bevor ich nach Indien kam, dachte ich bei der indischen Küche vor allem an Currys mit Reis. Nachdem ich mittlerweile 4 Monate damit verbracht habe in indischem Essen zu schwelgen, weiß ich, dass Indien viel mehr zu bieten hat.

Kurz vor meiner Reise war ich in meiner Wahlheimat Leipzig mit einer Freundin im Indischen Restaurant essen. Die Karte war voll mit vegetarischen Currys und bereits dort habe ich mich unendlich auf die kulinarischen Erfahrungen gefreut. Jetzt weiß ich, dass das Essen dort sehr auf deutsche Gaumen abgestimmt war und so gut wie kaum etwas mit der richtigen indischen Cuisine zu tun hat. Man könnte es schon fast als fad bezeichnen. Hier ist jedes Gericht eine Geschmacksexplosion, von Kurkuma, Knoblauch und Chilli.

Was essen die Inder eigentlich im Alltag?

In der Cafeteria meiner Arbeitsstelle gibt es zum Lunch oft den typischen Thali, was nicht viel mehr als Teller bedeutet. Dazu gehört Reis, Dal (ein Linsencurry), Chapati (ein indischer Teigfladen), und meist mehrere Arten von zubereitetem Gemüse in einer Art Curry.

Ein Gericht, dass ich mittlerweile selbst gerne koche, ist Poha. Es wird aus Reisflocken zubereitet und oft mit Chillies, Senfsamen und Erdnüssen verfeinert. Ich habe mittlerweile mein eigenes Rezept entwickelt, das sogar meine Kollegen super finden.

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Mein Lieblingsfrühstück: Poha

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Die typischen indischen Currys

Nicht fehlen darf das Meetha, die indische Süßigkeit des Tages. Denn Inder lieben Süßes! Sie haben leider nicht ohne Grund die höchste Diabetesrate der Welt. Gulab Jamun ist der Klassiker: Ein aus Reismehl geformtes Bällchen, das frittiert und in Sirup getränkt wird, wie die meisten alle anderen Süßigkeiten auch.

Kommen wir zu meinem Lieblingsgericht: Der Paratha, eine Art gefüllter Teigfladen. Es gibt ihn mit zig Arten von Füllungen – Aloo (Kartoffel), Gobhi (Blumenkohl), Paneer (Indischer Käse) etc. Einfach zum dahinschmelzen! Mit einem frischen Mangosaft dazu ist es der perfekte Lunch.

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Parathas, spezielle Teigfladen aus Weizenmehl

Die Snacks unterscheiden sich oft wenig voneinander. Es wird eine Art von Kohlenhydraten gewählt und dann frittiert. So gibt es zum Beispiel Samosa, eine dreieckige Teigtasche mit Kartoffelfüllung.

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Samosas, gefüllte frittierte Teigtaschen

Aber das Wichtigste für Inder ist der tägliche Chai! An jeder Straßenecke kann man ihn in kleinen Bechern und mit einer ordentlichen Portion Zucker kaufen. Beim Chai geht es darum, mit seinen Freunden oder Arbeitskollegen zusammenzusitzen und sich eine Auszeit zu nehmen. Damit ist der Chai ein wesentlicher Bestandteil der indischen Gelassenheitskultur und viel mehr als nur ein Tee am Nachmittag. Er dient wie das Essen, auch als Futter für die Seele und soll glücklich machen.

Veg or Non-Veg?

Für diejenigen, die es noch nicht wussten: Indien ist das vegetarierfreundlichste Land der Welt, etwa 40 Prozent der Bevölkerung sind strenge Vegetarier. Fleischgerichte werden hier sogar als „Non Veg“ bezeichnet und mit einem roten Punkt auf Schildern, oder Verpackungen kenntlich gemacht.

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Selbstgemachtes Pani Puri, ein typisches Street Food: kleine knusprige Bällchen gefüllt mit gewürztem Kartoffelstampf. Sie werden mit einem gewürzten Wasser gefüllt und dann schnell gegessen.

Und wie sieht es mit der Schärfe aus?

Scharf ist indisches Essen so gut wie immer. Einer meiner Kollegen hat das einmal sehr treffend ausgedrückt: „Wenn dir nicht die Augen tränen, dann war es nicht scharf genug.“ Als ich gerade frisch nach Indien gezogen bin hat mein Mund nach jedem Essen gebrannt und vieles konnte ich kaum anrühren. Jetzt sortiere ich zwar immer noch die Chillies aus meinen Gerichten, aber die Schärfe stört mich kaum noch. Das Training meiner Geschmacksknospen hat sich also ausgezahlt.

Die Variation an indischen Gerichten ist so zahlreich, dass es schwierig ist, sie in einem einzigen Blogeintrag zu erfassen. Ich habe dennoch versucht meine eigenen Erfahrungen mit einfließen zu lassen und hoffe, euch hat der Einblick gefallen. Was sind eure Erfahrungen mit indischem Essen? Schreibt mir gerne einen Kommentar.

Namaste!

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